Die Orgeln im Willibrordi-Dom zu Wesel

Die Geschichte des Orgelbaus im Willibrordi-Dom reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück. Aus Eintragungen in Rechnungsbüchern geht hervor, dass sich um 1418 bereits eine Orgel in St. Willibrord befunden haben muss. Im Jahre 1528 wurde bereits ein neues Orgelwerk oberhalb der Sakristei errichtet.

 

Genauere Aufzeichnungen existieren ab dem 17. Jahrhundert. So wurde im Jahre 1645 eine Orgel über dem heutigen Haupteingang am Nordportal errichtet, die von Johann Bader erbaut wurde. Das Instrument verfügte über 27 Register auf drei Manualen und Pedal.

  
1895 wurde im Westen der Kirche auf einer Empore ein großes Orgelwerk der Firma Sauer aus Frankfurt (Oder) erbaut. Dabei wurden auch Gehäuseteile der Bader-Orgel verwendet. Das Instrument stellte mit seinen 80 Registern auf drei Manualen und Pedal die größte Orgel Westdeutschlands dar.

  
Wegen ihrer Größe und Bedeutung kam Karl Straube 1897 nach Wesel, um das Organistenamt zu übernehmen. Bereits Ende 1902 wurde er dann Organist an der Thomaskirche Leipzig und später dann auch Thomas­kantor. Er war mit Max Reger eng befreundet und brachte in Wesel bedeutende Werke Regers zur Uraufführung, die zur damaligen Zeit als unspielbar galten.

 

Im Februar 1945 fiel die Sauer-Orgel den Bombenangriffen auf die Stadt Wesel zum Opfer und ging vollständig unter.
  
Die erste Orgel nach dem Zweiten Weltkrieg bekam ihren exponierten Standort im Chorraum: 1964 wurde die „Karl-Straube-Orgel“ von der Firma Walcker errichtet, die über 66 Register auf vier Manualen und Pedal verfügte. 
  
Die große Dom-Orgel – an gleicher Stelle wie die Vorgängerorgel – wurde im Jahr 2000 von der dänischen Firma Marcussen & Søn aus Aabenraa errichtet und 2001 durch Hinzufügen weiterer Register fertiggestellt.

 

Das heutige Instrument verfügt über 56 Register auf drei Manualen und Pedal mit insgesamt 4675 Pfeifen. Das Pfeifenmaterial stammt teilweise aus der „Karl-Straube-Orgel“. Prospekt und Gehäuse wurden von dem Architekten Ralph Schweizer (Bonn) entworfen.

 

Disposition der Marcussen-Orgel
domorgel_wesel_disposition.pdf
PDF-Dokument [58.8 KB]

Die große Marcussen-Orgel

  

   

HAUPTWERK (II)   SCHWELLWERK (III)  


Prinzipal
Oktave
Hohlflöte
Rohrgedackt
Gambe
Oktave
Spitzflöte
Quinte
Oktave
Waldflöte
Hintersatz
Scharf
Trompete
Trompete
Spanische Trompete

 


16'
8'
8'
8'
8'
4'
4'
2 2/3'
2'
2'
6-9f.
6-7f.
16'
8'
8

 


Rohrpommer
Salizional
Voix céleste
Rohrflöte
Quintatön
Prestant
Flûte octaviante
Nazard
Octavin
Tierce
Plein jeu
Basson
Trompette
Vox humana
Oboe
Clairon

 


16'
8'
8'
8'
8'
4'
4'
2 2/3'
2'
1 3/5'
5-7f.
16'
8'
8'
8'
4'

 

RÜCKPOSITIV (I)   PEDAL  


Bordun
Prinzipal
Gedackt
Spitzgambe
Oktave
Rohrflöte
Nasat
Gemshorn
Cornet
Sesquialtera
Quinte
Mixtur
Dulzian
Cromorne


16'
8'
8'
8'
4'
4'
2 2/3'
2'
2f.
2f.
1 1/3'
5-6f.
16'
8'

 


Untersatz
Prinzipal
Subbaß
Oktave
Spitzflöte
Oktave
Nachthorn
Mixtur
Posaune
Fagott
Trompete


32'
16'
16'
8'
8'
4'
2'
5f.
16'
16'
8'

 

 


56 klingende Register auf drei Manualen und Pedal;
4675 Pfeifen
Pfeifenmaterial teilweise aus der Vorgängerorgel (Walcker)
Mechanische Spieltraktur

Manuale C-a'''
Pedal C-f' (parallel/radial austauschbar)
elektrische Koppeln

Tremulanten für Rückpositiv und Schwellwerk

Zimbelstern (6 Glocken)

4 x 20 x 64 Generalkombinationen - Sequenzer, Schlüsselschalter,
Diskettenstation

Generalcrescendo programmierbar
Walze

 

Erbauer: Marcussen & Son, Aabenraa (DK)
Baujahr: 2000/2001

Die Klop-Truhenorgel

  

Foto: Andreas Jäger

  

Disposition      


Gedackt
Rohrflöte
Flöte
Nasard

 

 


8'
4'
2'
2 2/3' ab c'

 

 

   


geteilte Schleifen

Tonhöhe a-415/440/465 Hz (auch stimmbar auf 430 Hz)

 

Baujahr: 2014

Erbauer: Henk Klop Orgelbouw, Garderen/Niederlande

 

 

 

 

 

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© 2017 Ansgar Schlei | Letzte Aktualisierung: 19.06.2017