FG Köln: Berufsmusiker kann Kosten für häusliches Übungszimmer in voller Höhe als Betriebsausgaben absetzen

Urteil vom 12.10.2010 - 9 K 3882/09.


Ein Berufsmusiker kann die Kosten für einen Raum innerhalb seiner eigenen Wohnung, den er zum Einstudieren von Musikstücken nutzt, steuerlich unbeschränkt als Betriebsausgaben abziehen.

Das Finanzgericht Köln hat dies mit einem Urteil vom 13.10.2010 entschieden. Die Abzugsbeschränkungen für ein häusliches Arbeitszimmer (§ 4 Abs. 5 Nr. 6 b EStG) greifen nach Ansicht des Gerichts nicht ein, weil ein solcher Übungsraum eher einem Tonstudio als einem Arbeitszimmer ähnlich sei. Das Gericht hat allerdings die Revision zum Bundesfinanzhof zugelassen.

 

Eine freiberufliche Musikerin wollte die Kosten für ein häusliches Übungszimmer als Betriebsausgaben absetzen. Das zuständige Finanzamt lehnte dies ab. Das Finanzgericht widersprach hingegen der Auffassung der Finanzbehörden, wonach auch das Musikzimmer eines Berufsmusikers in dessen eigener Wohnung ein häusliches Arbeitszimmer darstelle. Denn das Übungszimmer werde nicht vorwiegend für die Erledigung gedanklicher, schriftlicher, organisatorischer oder verwaltungstechnischer Arbeiten genutzt. Es sei in vielfacher Hinsicht eher einem Tonstudio als einem Arbeitszimmer, entschied das Gericht.

 

 

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